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WARUM ES FATAL IST, DIE NR. 1 DEINER NISCHE ZU WERDEN

Warum es fatal ist, die Nr. 1 deiner Nische zu werden

Eine der ersten Lektionen in etlichen Business-Coachings ist diese:

Suche eine Nische, die nicht zu überladen ist, und in der du schnell die Nr. 1 werden kannst. Es führt kein Weg daran vorbei, die unübersehbare Nr. 1 zu sein. Nur damit findest du Kunden, die bereits sind und gerne dein Hochpreis-Angebot annehmen.

Bist du «nur» einer von vielen, wirst du nur die Kunden anziehen, die um jeden Rappen feilschen oder ihre Rechnungen erst gar nicht begleichen.

Es führt kein Weg daran vorbei, den Markt zu dominieren, wenn du ein richtiges Business und kein teures Hobby haben möchtest.

Dass diese Lektion jedoch oft der Startschuss für Nicht-Erfolg ist, verrät natürlich niemand.

Das enorme Nischenproblem

Warum ist das Nr. 1 in der Nische werden so ein Trugschluss? Sehen wir uns zunächst an, was überhaupt notwendig ist, eine solche «Goldnische» zu finden, die du leicht dominieren kannst:

Du musst im 1. Schritt alle Mitbewerber genau beobachten:

  • Was machen sie? Was bieten sie an?
  • Warum kaufen Kunden bei ihnen?
  • Was könntest du haben/sein, das alle anderen nicht haben/sind?

 

Es beginnt die Vergleichsspirale, bei der wir nur verlieren können. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer, die ein Business starten möchten, sind gerade anfangs noch unsicher.

Sie fragen sich, ob sie qualifiziert genug sind und ob sie generell für das Unternehmertum geeignet sind. Nun beschäftigst du dich tagein tagaus mit anderen Unternehmern, die schon jahrelang selbstständig sind, selbstbewusst auftreten und zahlreiche positive Kundenstimmen haben.

Dann siehst du dich … Noch keine oder nur wenige Kundenstimmen, vor wenigen Wochen erst deine Business-Idee entwickelt. Deine Videos, Podcasts und Social-Media-Beiträge sind längst noch nicht in der Qualität, dass du wirklich wirklich stolz auf sie sein könntest.

Du ziehst bei diesem Vergleich immer den Kürzeren. Nach dieser gesamten Recherchearbeit, wie und wo du alle anderen überholen könntest, fühlst du dich noch schlechter. Selbstzweifel werden immer grösser und grösser.

Dominieren, dominieren, dominieren

Viele geben nach dieser Recherche schon auf, glauben ihren Zweifeln mehr als an ihren Wunsch, erfolgreich zu werden.

Die, die weitergehen, verfolgen – angespornt durch die nächste Lektion – das Ziel der Nischendominanz. Möglichst schnell die Nische dominieren. Alle Mitbewerber so schnell wie möglich überholen.

Was ist dafür (häufig) notwendig?

  • Artikel in Magazinen erkaufen
  • Awards gegen hohe Summen erhalten
  • Trends umsetzen, um mehr Reichweite zu bekommen (Haare abschneiden, Tanzvideos etc.)
  • Täglich (mehrmals) auf allen Plattformen posten
  • Tägliche Livestreams
  • Das Telefonbuch durchtelefonieren (Kaltakquise)
  • Webinar-Funnel und diesen mit schleimigen Sales-Nachrichten bespielen

 

Manche lieben diese Strategien und finden darin etwas, was sie erfüllt bis in die Haarspitzen. Bei den meisten krümmen sich jedoch die Zehennägel.

Sie schreiben lieber Texte, anstatt Videos zu drehen, sie sprechen gerne, aber zeigen sich ungern in Livestreams. Sie wollen als echter Experte wahrgenommen werden und sich den angesehenen Expertenstatus nicht erkaufen müssen. Ihnen ist Qualität bedeutend wichtiger als Quantität und würden deshalb lieber nur 2-mal wöchentlich posten anstelle von mehrmals täglich «dünnen» Content.

Und diese Trends … Etwas tun, nur für Klicks und Reichweite, das über die eigenen moralischen Grenzen geht, bringen viele auch nicht über ihr Herz. Verständlicherweise.

Ich habe keine genauen Zahlen, doch spricht das, was ich in meinem Umfeld höre, eine deutliche Sprache. Gerade gestartete Selbstständige verausgaben sich total, um diesen Strategien gerecht zu werden – und brennen nach kurzer Zeit aus, weil es absolut gegen ihre Werte geht.

Oder sie hören davon und geben den Traum des eigenen Unternehmens auf. Etwas tun, das ihnen nicht entspricht, können sie schliesslich auch in einem Angestelltenjob, der noch deutlich besser bezahlt ist.

Nr. 1 werden ist eine Lüge

Bevor du jetzt das Handtuch wirfst, kommt die gute Nachricht: Du musst nicht über deine Grenzen gehen.

Du musst nicht etliche Titel erkaufen. Du brauchst nicht eine der oben genannten Strategien verfolgen. Du bist bereits die Nr. 1.

Du bist die Nr. 1 darin, ganz du selbst zu sein. Es reicht vollkommen aus, deinem wahren ICH zu folgen. Das tun, was du wirklich wirklich tun willst.

  • Du darfst Videos links liegen lassen und stattdessen einen Podcast launchen.
  • Du darfst dich auf 1 Social-Media-Plattform konzentrieren, auch wenn andere sagen, deine Zielgruppe wäre darauf nicht vertreten (es wird Erfolg haben, denn mittlerweile sind alle Zielgruppen auf allen Plattformen aktiv).
  • Du darfst Storytelling nutzen, auch wenn andere sagen, dass du dich auf harte Zahlen, Daten, Fakten konzentrieren müsstest.
  • Du darfst humorvollen Content produzieren, auch wenn deine Zielgruppe vermeintlich konservativ ist (Menschen lieben Humor).
  • Du darfst ein gewisses Niveau halten, auch wenn andere dir raten, dich stets auf DAUs zu konzentrieren.
  • Du darfst deine Community duzen, auch wenn alle anderen siezen.
  • Du darfst mit einer üppigen Produktpalette starten, auch wenn andere sagen, du müsstest dich auf ein Angebot spezialisieren.

 

In deinem Business hat es oberste Priorität, dass du im Einklang mit dir selbst bist. Deshalb darfst du dein Business so führen, wie du es möchtest. Du musst dich nicht in Konzepte quetschen, nur um die bekannteste Person in deiner Nische zu sein.

Du bist bereits die Nr. 1, egal, für welche Nische du dich entscheidest. Niemand ist besser darin, du zu sein. Ausserdem ersparst du dir damit schlaflose Nächte mit tränennassen Kissen, weil dich Zweifel überrennen. Konzentrierst du dich nur auf dich, gibt es keine Konkurrenz.

Du kannst. Ende der Geschichte.

Wie geht es dir damit, deine Mitbewerber zu analysieren? Nimmst du jeden Trend mit oder wägst du ab, ob Trend XY mit deinen Werten übereinstimmt?